Kriminelle Jugendliche an Schulen waren im US-Genrekino der späten 70er bis Mitte der 80er Jahre allenthalben anzutreffen. „Die Klasse von 1984“ (1982) mit einem jungen Michael J. Fox um die Auseinandersetzung einer Punkergang mit einem Musiklehrer oder auch „Der Prinzipal – Einer gegen alle“ (1987) mit James Belushi als hart durchgreifendem Rektor erlangten dabei mit die größte Berühmtheit. In deren Schatten steht mit 3:15 – DIE STUNDE DER COBRAS ein blutiger, aber nicht weniger kultiger Thriller, der bei Wicked Vision Media kürzlich im Mediabook (mit Essay von Christoph N. Kellerbach) veröffentlicht wurde.
Im Spanien des ausgehenden 15. Jahrhunderts regiert noch die Heilige Inquisition: Vermeintliche Ketzer und Hexen müssen um ihr Leben bangen. In dieser düsteren Zeit versuchen der Bäcker Antonio (Jonathan Fuller) und seine Gewalt jeglicher Form verabscheuende Ehefrau Maria (Rona De Ricci) über die Runden und nicht mit dem gefürchteten Inquisitor Torquemada (Lance Henriksen) in Kontakt zu kommen. Doch der gnadenlose Vollstrecker der katholischen Kirche hat bereits einen Blick auf Maria geworfen und spürt die Lust in ihm aufsteigen – die bildhübsche Frau muss ihn verhext haben! Verzweifelt kämpfen Maria und Antonio ums Überleben, bis sich der junge Mann in einer perfiden Folterkonstruktion wiederfindet...
Teenager Mick O’Brien (Sean Penn) ist ein Kleinkrimineller, der in Konkurrez mit einer puerto-ricanischen Gang um Paco Moreno (Esai Morales) steht. Als Michael nach einem missglückten Überfall in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd Pacos kleinen Bruder überfährt, muss er eine Strafe im Jugendknast Rainford verbüßen. Er und sein Zellengenosse, Tüftler Horowitz (Eric Gurry) können sich erfolgreich gegen zwei Haudegen behaupten und steigen in der Hierarchie nach ganz oben. Doch Paco schwört Rache: Er vergewaltigt Micks Freundin J.C. (Ally Sheedy), wird dabei erwischt – und ebenfalls zum Absitzen seiner Strafe nach Rainford gebracht...
Ansa (Alma Pöysti) erbte ihre kleine Wohnung von ihrer Tante und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, ihr Bruder und ihr Vater haben sich totgesoffen. Holappa (Jussi Vatanen) ist ein wortkarger Bauarbeiter und Alkoholiker, der in zahlreichen Verstecken wie Schaltkästen seine Vorräte bunkert. Nur mühsam gelingt es seinem Kumpel Raunio (Martti Suosalo), ihn abends zum Mitkommen zum Karaoke in eine Kneipe zu motivieren. Hier begegnen sich zum ersten Mal flüchtig die Blicke zwischen Ansa und Holappa – mehr nicht. Irgendwann treffen sie sich wieder, gehen zusammen ins Kino. Aber anschließend wird der Zettel, auf dem sie ihm ihre Telefonnummer hinterlässt, vom Winde verweht...
Der Herumtreiber Willi (Charly Wierczejewski) ist ein Kleinkrimineller, der schon mal den Toiletten-Mann abzieht, um an etwas Bares zu kommen. Kein Wunder, dass er irgendwann einmal von der Polizei festgenommen, aufs Revier gebracht wird und kurz davor steht, ins Erziehungsheim gesteckt zu werden. Doch ihm gelingt im Trubel die Flucht. Er gerät an den Journalisten Frank (Michel Degen), der sich mit finanzieller Unterstützung und einem neuen Mantel seiner annimmt, aber zugleich nur daran denkt, wie er Willi für eine Story nutzen kann. Nachdem Willi an den dubiosen Kriminellen Theo (Walter Kohut) gerät, prostituiert er sich und wird von einem reichen Homosexuellen (Hans-Michael Rehberg) mit nach Hause genommen. Kann die Zufallsbekanntschaft Monika (Eva Mattes), mit der er eine Affäre beginnt, Willis scheinbar unaufhaltsamen Abstieg vermeiden?
Im Rahmen der Reihe BEST OF CINEMA sind in letzter Zeit bereits einige Klassiker in die Lichtspielhäuser zurückgekehrt. Am 6. Februar feiert der Science-Fiction-Klassiker „Das fünfte Element“ sein Kino-Comeback.
Inzwischen haben sich Oberschule-Schläger Tatsumi Oga und der Spross des Dämonenkönigs aneinander gewöhnt. Das Zusammenleben der Beiden bleibt jedoch turbulent – nicht nur, weil der Beel-bō getaufte Frechdachs einfach mal so Samen höllischer Prunkwinden sät, die sekundenschnell zu tödlichen Riesenpflanzen gedeihen. Auf einmal verliert Oga auch seinen Zebul Spell, der die Verbindung zwischen ihm und dem plötzlich fiebernden Baby herstellt, welches mit Ogas Feind Hidetora Tōjō andockt. Kein Wunder also, dass das etwas langatmig geratene Duell der beiden Schläger das Geschehen von Folge 17 bis 21 bestimmt.
Die Filme von Christian Petzold gleichen oftmals Versuchsanordnungen, in denen er ebenso sachlich wie nüchtern die fragilen sozialen Beziehungen seiner Figuren analysiert. In seinem beklemmenden Drama „Barbara“ (2012) erzählt er von einer Ärztin in der DDR, die nach einem Ausreiseantrag in ein Krankenhaus der Provinz versetzt und ihr wiederholt Entwürdigungen ausgesetzt ist. „Undine“ (2020) ist eine ebenso zarte und geerdete wie poetische Liebesgeschichte zwischen einem Industrietaucher und einer Stadthistorikerin. Es sind einfache Geschichten normaler Menschen, die ohne pathetischen Stuck keinerlei Überhöhung erfahren.
Es gibt wohl kaum einen anderen deutschsprachigen Filmemacher, der die Hässlichkeiten im menschlichen Dasein in (semi-)dokumentarischer Ästhetik so schmuck- und schonungslos auslotet wie der Österreicher Ulrich Seidl („Paradies“-Triolgie). Wenn auf seiner Homepage zu SPARTA zu lesen ist, das Drama sei zusammen mit dem Nachfolger „Rimini“ zu verstehen als „Diptychon über die Unentrinnbarkeit der eigenen Vergangenheit und den Schmerz, sich selbst zu finden“, dann bekommt das Publikum eine vage Vorstellung davon, welch fordernde Erfahrung es erwartet.