06. November 2026
Zwei Brüder mischen Söldner auf
Ein Videothekenklopper endlich in HD: UNIVERSAL SOLDIER 2 liegt erstmals auf Blu-ray vor, doch die Wiedersehensfreude ist begrenzt.

Obwohl „Universal Soldier“ (1992) finanziell erfolgreich war, dauerte es sechs Jahre, bevor eine erste Fortsetzung erschien. Nein, nicht „Universal Soldier: Die Rückkehr“ (1999), abermals mit Jean-Claude van Damme – sondern eine TV-Produktion. Mit neuen Darstellern, aber derselben Charakteren setzt UNIVERSAL SOLDIER 2 zwar inhaltlich direkt an den Erstling an (der Finalkampf wurde noch einmal in verfremdet-krisseliger Überwachungsvideo-Optik nachgedreht), hat aber nur einen dürftigen Plot und wenig Action zu bieten.
Nach dem Tod von Andrew Scott bleibt Luc Deveraux (Matt Bataglia) zusammen mit Reporterin Veronica Roberts (Chandra West) noch einige Tage auf der Farm seiner Eltern, bevor er wie ferngesteuert nach Chicago beordert wird. Veronica hängt sich an seine Fersen, haut mal eben eine Soldatin K.O. und verschafft sich Zutritt zu den Laboren des UniSol-Programms, wo sie Lucs jüngeren und im Koreakrieg gefallenen Bruder Eric (Jeff Wincott) befreit, der sich jedoch für eine hörige Kampfmaschine als ungeeignet erwiesen hat. Zusammen mit Luc, der sich inzwischen wieder berappelt hat, nehmen sie den Kampf gegen die anderen UniSols auf, die der skrupellose Dr. Otto Mazur (Gary Busey) nun zu Söldnern für zahlende Kunden abgerichtet hat…
Neben den zahlreichen Logiklöchern im Plot schwächelt UNIVERSAL SOLDIER 2 vor allem bei den (wenigen) Actionszenen. Die mangelnde Choreografie wird durch den TV-Film-typischen großen Bildausschnitt immer wieder kaschiert – bis zum großen Finale. Schwerfällig und behäbig prügelt Luc Deveraux dann auf seine einstigen Kameraden ein, was durch eine Zeitlupe noch lahmer und ermüdend dumpf wirkt. An Filmmusik wurde zugunsten eines willkürlich erscheinenden Einsatzes von Rock-Songs auch gespart. Wenn etwa Veronica in ein mysteriöses UniSol-Labor eindringt und einfach ein sphärischer Song druntergelegt wird, erstickt das jegliche Spannung und Atmosphäre im Keim. Richtig wild wird es allerdings, wenn Regisseur Jeff Woolnough (er inszenierte mehrere Folgen der Serie „Renegade“ mit Lorenzo Lamas) in einem Anflug von Übermut bei einer Explosionsszene in Zeitlupe völlig unpassend „An der schönen blauen Donau“ unterlegt. Dass Luc und Veronica am Ende an Grabsteinen mit Schreibfehlern stehen (als Familienname ist hier Devreaux zu lesen), macht es auch nicht besser.
Leider macht UNIVERSAL SOLDIER 2 einfach keinen Spaß, auch wenn ich mich auf ein Wiedersehen gefreut habe. Denn ich wollte schon einmal gern jene 5 Minuten sehen, die mir damals auf meiner gekürzten FSK-16-VHS vorenthalten wurden. Die sind tatsächlich separat als einziger Bonus neben dem Trailer auf der Disc enthalten. Das HD-Master weist übrigens auch so seine Schwächen auf – gerade bei den matschigen Kontrasten.
LUTZ GRANERT
Titel: UNIVERSAL SOLDIER 2
Label: From The Vault (Cargo Records)
Land/Jahr: USA 1998
FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 93 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht


