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05. Oktober 2026


Von: LUTZ GRANERT

Martial Arts made in Germany

Eine Rheinmetropole als Schauplatz für eine Reunion von Martial Arts-Stars: LION FIST – KAMPF DER CHAMPIONS liegt im Heimkino mit reichtlich Bonusmaterial vor.

„Karate Kid“, „Bloodsport“ oder die langlebige „Karate Tiger“-Reihe: Die 80er Jahre sind voll von Martial Arts-Streifen, die bis heute großen Kultfaktor aufweisen. Das weiß auch der ehemalige Musikproduzent Sean David Lowe, der 2023 mit einer Crowdfunding-Kampagne die Kohle sammelte für ein in Deutschland produziertes Schaulaufen der einstigen Genre-Stars von Billy Blanks über Matthias Hues bis Cynthia Rothrock. „The Last Kumite“ brachte zwar viele bekannte Gesichter mit, wies aber eine eher holprige Inszenierung auf und lebte vor allem von seinem großen Fanservice.

LION FIST – KAMPF DER CHAMPIONS wirkt ungleich souveräner - und schlägt trotzdem wieder in dieselbe Kerbe. Mathis Landwehr spielt wieder die Hauptrolle und wirkt durch eine elegantere Kampfchoreografie nun wesentlich glaubwürdiger, Kurt McKinney („Karate Tiger“) ist in einer Nebenrolle wieder dabei, Stan Bush besorgte wieder den Titelsong (hier: „Heart Of A Lion“) – und auch der Plot fällt wieder sehr generisch aus.

Der gutmütige Joe (Mathis Landwehr) saß fünf Jahre unschuldig im Knast, weil er den Drogenbesitz seiner Freundin Kate auf sich nahm. Frisch entlassen, konfrontiert Kate ihn damit, dass sie 50.000 Dollar für die Operation ihres gemeinsamen Sohnes Wyatt benötigt. Durch einen Zufall gerät Joe an den ehemaligen chinesischen Großmeister Wu (Yanlong Li), der ihn auf Anraten seiner Tochter Mei (Julin Täubner) widerwillig fit macht für einen Martial Arts-Wettkampf mit einem Preisgeld von 100.000 US-Dollar, bei dem auch Kates neuer und feindseliger Freund Butch (Brice Akuesson) antritt…

Achja, um Drogengeschäfte, die im elitären Dojo „No Retreat, No Surrender“ betrieben werden (Anspielung auf den Originaltitel von „Karate Tiger“) gibt es auch noch – auch wenn dieser parallele Handlungsfaden reichlich aufgesetzt wirkt. Immerhin erhalten dadurch Kurt McKinney und Gary Daniels („Tekken“) als ermittelnde Detectives etwas Screentime, bevor sie im schummrig ausgeleuchteten Keller im Dojo ein paar Ärsche versohlen dürfen.

LION FIST ist eine Independent-Produktion, wobei das schmale Budget nur selten wirklich durchscheint – wenn etwa ein nur notdürftig mit Postern und Leitz-Ordnern zur Polizeiwache umfunktionierte Büro-Flur zur Polizeiwache umfunktioniert wurde. Die Kampfchoreografien (maßgeblich beteiligt: Mike Möller) können sich auch und gerade bei zahlreichen Straßenschlägereien sehen lassen und natürlich geizt der Film nicht mit Trainingsmontagen wie Liegestützen auf Weinfässern. Etwas Humor – wie einen Seitenhieb auf deutschen Kartoffelsalat („Matschepampe!“) – gibt es auch. Trotzdem wirkt der simpel gestrickte Martial Arts-Actioner zuweilen etwas dröge, schlapp und emotionslos erzählt – was auch mit weitgehend arg leise abgemischten Musik & Effects zu tun hat. Gerade Fans der 80er-Jahre-Martial-Arts-Streifen werden aber an LION FIST großen Spaß haben!

Die Extras können sich sehen lassen: Neben einem Musikvideo von Stan Bush und einer Featurette zur Vorvisualisierung der Kampfszenen ist u.a. ein 24-minütiges Interview von Produzent Sean David Lowe mit Kurt McKinney und Keith Cooke auf der Scheibe zu finden, in der sie die 19-tägigen Dreharbeiten in Düsseldorf rekapitulieren. Die fanden mit viel Herzblut und Idealismus im kalten Februar statt – also einem Monat mit unberechenbarem Wetter, in dem das Ausleihen von Filmtechnik einfach besonders preisgünstig war, so Lowe.

LUTZ GRANERT

Titel: LION FIST – KAMPF DER CHAMPIONS
Label: capelight pictures
Land/Jahr: USA/GB/D 2026
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 91 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

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