04. August 2026
Von Ausgrenzung , Verfolgung und fehlender Anerkennung
Verborgene Identitäten, ein stetes Versteckspiel in der Öffentlichkeit und selbst in den eigenen Familien, und ein nicht zu verachtender Widerstand aus Teilen der Bevölkerung: Die Protagonisten des Marvel Universums wissen nur allzu gut, welche Last Ausgrenzung, Verfolgung und fehlende Anerkennung mit sich bringen können. Warum also nicht einen gesamten Band dem allseits gefragten Regenbogenthema widmen und sich mit den stillen Liebschaften einiger bekannter Superhelden befassen?
MARVEL PRIDE - LIEBE OHNE GRENZEN ist der erstmalige Versuch, der gesellschaftlichen Diversität ein Forum zu geben und einigen der populärsten Figuren die Möglichkeit zu lassen, die oftmals versteckten Sorgen zu thematisieren. Anlass des Ganzen ist das erneute Ehegelübde von Mystique und Destiny, das nicht nur Spider-Man und Firestar über ihr ewiges Pech in der Liebe nachdenklich stimmt. Auch beliebte Heroen wie Wolverine, Emma Frost und Iceman sind Teil der erstaunlich actionreichen Feierlichkeiten und treten nicht nur für die von ihnen grundsätzlich vertretenen Werte ein, sondern setzen Statements für Liebe, Akzeptanz und bewusste Andersartigkeit.
Dass die einzelnen Geschichten ein wenig pathetisch daherkommen, mag hier in der Natur der Sache liegen, stört die Botschaft des Comics aber nicht. Hier und dort wünscht man sich zwar ein bisschen mehr inhaltliche Tiefe, doch die Idee ist definitiv angekommen und wird mit offenen Armen empfangen. Fragt sich nur, ob Präsident Trump ebenfalls illustrierte Kunst zu schätzen weiß, schließlich dürfte eine solche Sonderausgabe ein Schlag ins Gesicht des vermeintlich Unfehlbaren sein …
Autor*innen: Carlos Hernandez, Claribel A. Ortega, Sina Grace, Tate Brombal, Wyatt Kennedy, Yoon Ha Lee, Kieron Gillen, Tini Howard
Zeichnungen: Emilio Pilliu, Jenn St-Onge, Marcelo Costa, Phillip Sevy, Adriana Melo, Nathan Stockman, Rachael Stott, Stephen Byrne
Verlag: Panini
Seitenzahl : 112 Seiten
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