Haudrauf im Doppelpack
In Deutschland wurde BLOODFIST II nie veröffentlicht. Shamorock Media spendiert dem soliden Martial Arts-Actioner und seiner Fortsetzung BLOODFIST 3 - ZUM TÖTEN VERURTEILT nun eine gut ausgestattete Blu-ray-Auswertung.
Nach dem ersten Teil war plötzlich alles anders: Gedreht wurde zwar aus Kostengründen immer noch auf den Philippinen, doch das Budget war sehr viel höher, das Catering war besser, die Hotelzimmer für die Schauspieler waren größer – und der Boxer Jack Raye war plötzlich Kickbox-Champion. Das verrät Don „The Dragon“ Wilson im vergnüglichen Interview im Bonusmaterial (außerdem: diverse Trailer und die 4:3-Fassung) der Disc, die den Film in einer annehmbaren Bildqualität präsentiert.
Dabei trommelte der für seine Kosteneffizienz berühmte wie berüchtigte Produzent Roger Corman neben dem elfmaligen Kickbox-Weltmeister einen Cast aus weiteren namenhaften Athleten zusammen: James Warring, Boxweltmeister im Cruisergewicht, Timothy D. Baker aus dem US-Olympiakader im Karate und den philippinischen Taekwando-Champion Monsour Del Rosario. Sie alle werden von dem fiesen Su (Joe Mari Avellana) auf seine Privatinsel („Paradies“) verschleppt. Hier müssen sie in Kämpfen auf Leben und Tod gegen Sus schmerzunempfindliche Garde antreten, weil der schmierige deutsche Wissenschaftler Dieter (Robert Marius) ein neuartiges Steroid entwickelt hat, das innerhalb weniger Stunden vom Körper absorbiert wird.
Der Plot ist ebenso simpel wie funktional, nach Sinnhaftigkeit (fliegt man wirklich für einen fernen Bekannten in Schwierigkeiten mal eben rüber nach Manila?), die zahlreiche Martial Arts-Szenen können sich sehen lassen, wenn Don „The Dragon“ Wilson die rote Schlafanzüge, Stirnband und Knüppel tragenden Schergen mit reichlich Handkanten- und Tritt-Action reihenweise unschädlich macht. Direkt zum Auftakt erreicht diese physische Action auch etwas mehr Härte, als Jack Raye seinen irischen Gegner im Ring mit einem Tritt an den Hals umhaut. Zwischendurch ist ihm auch etwas Romantik mit Sus abtrünniger Tochter Mariella (Rina Reyes) vergönnt.
BLOODFIST II ist eine endlose und zutiefst vorhersehbare, aber immerhin nie lärmende Prügelorgie. Einfach solide choreografiertes Action-Handwerk, das jedoch gegen die wesentlich virtuoseren und artistischeren Hongkong-Streifen aus derselben Zeit etwas das Nachsehen hat. Und dann kam Teil 3...
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