
Die wohl charmanteste Bond-Kopie der 60er
Was passiert, wenn James Bond ausfällt und sein Bruder übernehmen muss? OPERATION KLEINER BRUDER liefert die Antwort – mit Neil Connery, jeder Menge Agenten-Action und einem Augenzwinkern. Die italienische Produktion erweist sich dabei als weit mehr als eine bloße Parodie auf das berühmte Vorbild.
Eine gehörige Portion Augenzwinkern gehört dazu, wenn man sich mit dieser italienischen Produktion aus dem Jahr 1967 beschäftigt. OPERATION KLEINER BRUDER ist nämlich in vielerlei Hinsicht eine unverhohlene Variation des klassischen James-Bond-Rezepts. Dass ausgerechnet Neil Connery, der jüngere Bruder von Sean Connery, die Hauptrolle spielt, dürfte dabei kaum Zufall sein.
Als der berühmteste Geheimagent Großbritanniens plötzlich außer Gefecht gesetzt wird, muss Dr. Neil Connery einspringen. Dabei kann der Nachwuchsagent auf bemerkenswerte Fähigkeiten zurückgreifen: Er beherrscht das Lippenlesen, versteht sich auf Hypnose und steht seinem berühmten Bruder in Sachen Talent erstaunlich wenig nach. Natürlich wartet auch auf ihn eine größenwahnsinnige Verbrecherorganisation, die mit einer elektromagnetischen Superwaffe nach der Weltherrschaft greift.
Neil nimmt den Kampf gegen die Organisation Thanatos auf und setzt dabei nicht nur auf seine besonderen Fähigkeiten, sondern auch auf eine gehörige Portion Charme. In der Rückschau könnte man OPERATION KLEINER BRUDER leicht als Bond-Persiflage abtun. Tatsächlich funktioniert der Film jedoch erstaunlich gut als eigenständiger Agententhriller, der mit Tempo, Humor und einer sympathischen Selbstironie punktet.
Zwar verfügt Neil Connery nicht über die gleiche Leinwandpräsenz wie sein berühmter Bruder, doch er schlägt sich in der Hauptrolle mehr als ordentlich. Die Geschichte ist kurzweilig, die Inszenierung unterhaltsam und der nostalgische Charme der 1960er-Jahre allgegenwärtig.
Für James-Bond-Fans ist OPERATION KLEINER BRUDER ohnehin Pflichtprogramm. Hinzu kommt ein weiterer gewichtiger Grund für einen Blick auf diesen lange unterschätzten Genrevertreter: Niemand Geringeres als Ennio Morricone steuerte den hervorragenden Soundtrack bei.
BJÖRN BACKES
Regie: Alberto de Martino
Label: Plaion
Land/Herstellungsjahr: Italien 1967
Laufzeit: ca. 106 Min.
FSK: ab 16
Extras: Keine
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