
Der Kult ist tot - lang lebe der Kult!
Viel gewollt, wenig erreicht. So lautet das Fazit von der Digitalpremiere TEXAS CULT HOUSE. Nicht nur der Titel, sondern auch der Look weckt Assoziationen an einen Kultfilm (bzw. eine Filmreihe), der ungleich glorreicher Terror in Reinform bietet.
Filmkorn und Handkamera (aber keine unsägliche Found-Footage-Wackeltortur) setzen den Ton: Eine Frau rast mit ihrem Pick-up durch amerikanisches Wüsten-Backwood. Sie stoppt gehetzt an einer Einfahrt (im Radio: ein irrer Sektenguru ist on the loose). Panik. Anfangscredits. 24 Stunden früher. Die alleinerziehende Mutter zweier Teenager bereitet Frühstück vor. Die beiden Highschool-Kids haben aber keine Zeit, denn Austin (unser Hauptprotagonist und Ex-Untergebener des Gurus) hat seinen letzten Schultag. Party satt erwartet ihn! – Nebenbei gesagt: Die deutsche Synchronisation ist durchwachsen und steril, Atmosphäre kommt nur schwer auf. Die Gruppe um Austin hat jedenfalls den selten dummen Plan, zur Feier des Tages die Farm des irren Gurus zu besuchen. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf…
Das Drehbuch glänzt dann mit hirnrissigen Ideen am laufenden Band. Das ganze Areal ist offen; alles ist frei zugänglich trotz Mord-, Entführungs- und anderer schwerer Verbrechensvorwürfe; das ganze Mobiliar ist noch da (inkl. Drogen und anderer Folterinstrumente). Ein nicht passwortgeschützter Laptop liegt in einer Schublade, hat noch Saft und hunderte Videos von Folterungen sind auf der Festplatte hinterlegt – und dergleichen ungereimter Quatsch. Kurz gesagt: Finger weg von TEXAS CULT HOUSE.
MARCUS CISLAK
Titel: TEXAS CULT HOUSE
Label: Tiberius Film
Land/Herstellungsjahr: USA 2024
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 84 Minuten
Verkaufsstart: veröffentlicht
digital, horrorfilm, texas cult house
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