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Tödlicher Dreh

Ein „lang gesuchte Kult-Slasher“? Nun ja… INSEL DES SCHRECKENS liefert zwar einige gelungene Gore-Effekte, reicht aber an die Genre-Highlights qualitativ nicht heran.  

Ein brutaler Killer im Umfeld eines Filmdrehs: Das sorgte in den beiden durchaus effekt- und stimmungsvollen Horrorstreifen „Scream 3“ und „Cut“ (2000) für ein paar durchaus witzige Meta-Gags rund um Fiktion und Realität. Neu war die Idee freilich nicht, wie der bereits 1982 produzierte Slasher INSEL DES SCHRECKENS zeigt, der nun mit reichlich Filmkorn erstmalig in HD-Qualität und erstmals ungeschnitten auf Blu-ray vorliegt.

Der Produzent Steve Faith (Terence Goodman) und sein Regisseur Franklin Phlem (Ron Gardner im Klischee-Künstler-Look mit Cordjackett, Schiebemütze und Rollkragenpullover) trommeln auf einer einsamen Insel ohne Telefonverbindung Nachwuchsspieler um Starlet Betty Jean (Bari Suber) für die Dreharbeiten eines „positiven Films“ zusammen, der „der Jugend etwas zu sagen hat“. Im Kern soll es darum gehen, wie ein selbstlos produziertes Musical zur Finanzierung des Musikstudiums armer Studierender beitragen soll. Doch noch bevor die erste Klappe fällt, meuchelt sich ein brutaler Killer durch den unbekannten Cast…

Auf der Haben-Seite stehen durchaus zünftige Gore-Effekte, wobei sich die Make-Up-Artists bei sich ablösender und in Fetzen hängender Haut nach Verbrühen am meisten abarbeiten konnte. Schade nur, dass bei INSEL DES SCHRECKENS einfach keine Grusel-Atmosphäre aufkommt. Die Charaktere um den ruppigen Bert (Jared McVay), der alle in jugendlichem Übermut agierenden Möchtegern-Schauspieler hasst, sind absolute Nervensägen – weswegen ihr Ableben reichlich kalt lässt. Wo eigentlich die ganze Crew abgeblieben ist und warum zu jedem Mord immer wieder „Face to Face“ von Factor Four in Endlos-Loop spielender Kassettenrekorder durch die Gegend baumelt, bleibt bis zum Ende ein Geheimnis. Trashige Szenen wie jene, als Betty Jean im Badeanzug gegenüber dem sichtlich erregten Franklin schlüpfrige Drehbuchzeilen aufsagt, wirken ebenfalls wenig souverän. Immerhin wird in der auch unter dem Alternativtitel „Whodunit“ vermarkteten B-Produktion am Ende tatsächlich eine perfide Auflösung präsentiert – die nur reichlich dahinkonstruiert gerät. Öde.

LUTZ GRANERT

Titel: INSEL DES SCHRECKENS
Label: From The Vault / AVV (Cargo Records)
Land/Jahr: USA 1982
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 82 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

review rezension, horror

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