
Wann das Leben aus den Fugen gerät
Im Drama ALL DAS UNGESAGTE ZWISCHEN UNS gerät das Leben der 16-jährigen Clara aus den Fugen, als ein tragischer Autounfall ihre Familie auseinanderreißt. Nach dem Tod ihres Vaters und ihrer Tante kommen Geheimnisse ans Licht, die nicht nur Claras Blick auf ihre Familie, sondern auch ihr eigenes Leben grundlegend verändern.
Clara (Mckenna Grace) wächst mit ihren Eltern in einer kleinen Stadt auf. Während sie heimlich für ihren Klassenkameraden Miller (Mason Thames) schwärmt und davon träumt, Schauspiel zu studieren, stößt dieser Wunsch bei ihrer Mutter Morgan (Allison Williams) auf wenig Begeisterung. Deshalb sucht Clara häufig den Rat ihrer Tante Jenny (Willa Fitzgerald), die mit ihrem Partner Jonah (Dave Franco) und ihrem kleinen Sohn ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Doch nach einem schweren Autounfall, bei dem Claras Vater und ihre Tante ums Leben kommen, wird die Familie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert: Der Verdacht steht im Raum, dass die beiden eine Affäre hatten.
Der Film basiert auf dem Bestseller der Autorin Colleen Hoover und wartet zunächst mit einem bemerkenswerten Cast auf. Mit Mckenna Grace, Dave Franco, Scott Eastwood und Allison Williams stehen mehrere bekannte Gesichter vor der Kamera, die bereits in großen Hollywoodproduktionen zu sehen waren.
Problematisch ist jedoch die Geschichte selbst. Viele Wendungen wirken konstruiert, und das Verhalten der Figuren erscheint häufig wenig nachvollziehbar. Besonders Claras Handlungen – etwa wenn sie kurz nach der Beerdigung ihres Vaters zu einem improvisierten Date mit ihrem Schulschwarm aufbricht – lassen die emotionale Fallhöhe der Handlung unglaubwürdig erscheinen. Auch die Art, wie ihre Mutter mit den Enthüllungen über die Affäre ihres Mannes umgeht, wirkt eher irritierend als berührend.
ALL DAS UNGESAGTE ZWISCHEN UNS möchte zeigen, dass aus einem schweren Schicksalsschlag auch Hoffnung entstehen kann. Die Umsetzung bleibt jedoch hinter diesem Anspruch zurück. Statt emotionaler Tiefe hinterlässt der Film vor allem Verwirrung – und lässt sein Publikum am Ende eher ratlos als bewegt zurück.
ISABELL SCHLOTT
Regie: Josh Boone
Label: Constantine Film/LEONINE
Land/Herstellungsjahr: USA, D 2025
Laufzeit: 116 min
FSK: ab 12
Extras: 3 Featurettes
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