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Angestaubt im Wüstensand

Ein postapokalyptisch angehauchtes Actionabenteuer: Die explosive italienische Trash-Granate FLASH FIGHTER liegt erstmals in mäßiger Qualität auf DVD vor.

In der italienischen Filmindustrie der 80er Jahre waren Versuche keine Seltenheit, mit schlechten Kopien und Nachahmer von erfolgreichen Hollywood-Streifen Kasse zu machen. Im Action-Genre stand „Conan, der Barbar“ Pate für „Ator – Herr des Feuers“ von Joe D’Amato, großes Vorbild von Bruno Matteis „Der Kampfgigant“ war vor allem „Rambo II – Der Auftrag“, wobei gleich mehrere sehr ähnliche Charaktere übernommen wurden. Hauptdarsteller dieser Streifen: Miles O’Keefe, der zumindest in seinem gestähltem Oberkörper und athletischem Aussehen Sylvester Stallone Konkurrenz machen konnte. 1986 wirkte er in einem weiteren „Rambo“-Abklatsch mit, der in Deutschland erstmals auf DVD vorliegt: FLASH FIGHTER.

Der Sage nach kommt der „Flashfighter“ unschuldig bedrohten Menschen in der Wüste zu Hilfe. Als eine Kutsche mit Mädchen Analisa, drei weiteren Reisenden und einem Diamantenschatz überfallen wird, ist es Garrett (Miles O’Keefe), der den Malakutes Paroli bietet. Zehn Jahre später versuchen die Räuber rund um den skrupellosen Misha (Ronald Lacey) wieder an die Klunker zu kommen und sie von Geschäftsmann Mr. Summerking (Donald Hodson) für die Freilassung seiner gekidnappten und inzwischen zur jungen Frau gereiften Tochter Analisa (Savina Gersak) zu erpressen. Auch Summerkings treuer Bediensteter Emerick (Michael Aronin) lässt sich von der Verlockung der Steine blenden. Doch wer ist zur Stelle? Richtig!



Der umstrittene „Cannibal Holocaust“-Regisseur Ruggero Deodato musste beim Dreh am Set in der Wüste von Marokko angeblich improvisieren, denn ein Drehbuch gab es nicht. Kein Wunder, dass FLASH FIGHTER (Originaltitel: „Lone Runner“) eigentlich nur aus mehreren langen Verfolgungsjagden besteht, bei denen auch bei der Suche nach Wasser (!) explodierende Pfeile zum Einsatz kommen. Leider tendiert Kameramann Roberto Forges Davanzati („Ein Zombie hing am Glockenseil“) gerade in den temporeichen Actionszenen im Galopp zu unübersichtlichen Großaufnahmen, um Unzulänglichkeiten in der Choreografie zu überdecken. Ein wirklicher Trash-Genuss stellt sich neben dem Sequenzer-Ethnosynthie-Geflöte mit Gong im Score vor allem bei einem überdrehten Bösewicht-Sidekick ein, der mit Pilotenbrille, hochtoupierten Haaren und in abgeranzter Militäruniform mit Fransen aussieht als wäre er aus einem „Mad Max“-Film gefallen.

Schade, dass die Bildqualität der auf 150 Exemplare limitierten DVD nur der einer mittelprächtigen VHS entspricht. Das abgedunkelte Bild ist verwaschen und schwammig, Kontraste fallen gering aus. Auch das Bonusmaterial fällt mager aus: Ein Wendecover und den Trailer hat der Release zu bieten. Immerhin läuft direkt vorm Hauptfilm der Trailer zu "Interzone" (ebenfalls mit Miles O'Keefe) los, der direkt in Stimmung bringt.

LUTZ GRANERT

Titel: FLASH FIGHTER
Label: Action Cult (Tele Alba)
Land/Jahr: Italien 1986
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 80 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

trash, action, movie

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