21. März 2018
Die fünf Kriegerengel
Die Straßen werden von Blut getränkt sein, wenn sich die Armeen der großen Könige zur letzten Schlacht gegenüberstehen und Laijon zurückkehrt. Im Fantasy-Epos und Auftaktroman DER MOND DES VERGESSENS von Brian Lee Durfee findet sich der Leser in einer fremden Welt wieder.

Die Welt ist im Wandel, und so droht Aeros Raijael, Engelsprinz und Thronerbe von Sør Seviers, Tod und Verderben über die übrigen Inseln zu bringen. Dabei rückt er der letzten Bastion – den Laijontürmen - immer näher. Wenn sie fallen, steht die Armee Sør Seviers an der Schwelle zum Königreich Gul Kana, und niemand wird mehr sicher sein. Seit nunmehr tausend Jahren liefern sich die Armeen Sør Seviers, Adin Wytes und Wyn Darrès einen unerbittlichen Krieg. Doch langsam scheint sich die Waagschale zugunsten des Engelsprinzen und seiner Armee zu neigen.
DER MOND DES VERGESSENS ist der Debüt- und Auftaktroman zur „Die fünf Kriegerengel“-Serie des US-amerikanischen Künstlers und Autoren Brian Lee Durfee - und es ist ein wahres Mammutprojekt, das Durfee hier aus dem Boden gestampft hat. Die Welt in DER MOND DES VERGESSENS ist ähnlich komplex, wie man es schon von George R.R.Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ kennt, und noch um einiges umfangreicher als Tolkiens „Der Herr der Ringe“. Dies äußert sich bereits nach den ersten Seiten, denn die Zeitrechnung ist erwartungsgemäß einzigartig und die Orte, an denen sich das Geschehen abspielt, zahlreich. Weshalb sich umsichtigerweise eine kleine Weltkarte im Anhang befindet, ebenso wie eine Chronik der jüngsten oder eben nicht so jungen Vergangenheit der fünf Inseln. Auch die verschiedenen Herrscherhäuser werden hier aufgeführt, während man sich versucht in der Welt, die Durfee hier entwirft, zurechtzufinden.
Dies gelingt im Laufe der Seiten und der spannenden Geschichte immer besser, weshalb man sich ganz auf die Geschichte selbst mit ihren unzähligen Charakteren und diversen Schauplätzen einlassen kann. Dabei bedient sich Durfee nicht nur seiner offenbar unbegrenzten Fantasie, sondern lässt auch mythologische und bereits dem Fantasie-Genre bekannte Spezies wie Zwerge und Feen (Vallè) aufleben. So erinnert die Geschichte von Laijons Sohn Raijael an die Geschichte Luzifers, der vom Erzengel Michael aus dem Himmelreich verbannt wurde und seitdem den Gegenpart zum Reich Gottes markiert. Auch die Komplexität der Geschichte in DER MOND DES VERGESSENS erinnert mitunter stark an Martins „Das Lied von Eis und Feuer“, insbesondere wenn es um die Komplexität der neu erschaffenen Welt geht. Dies ist aber nicht etwa negativ zu werten, da es Durfee trotz allem gelungen ist, den mitunter unscharfen Grenzen im Laufe der Geschichte mehr und mehr Kontur zu verleihen.
Autor: Brian Lee Durfee
Verlag: Klett-Cotta
Seitenzahl: 888
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