17. Juni 2026
Alles andere als „Home sweet home“
Erik Kriek ist ein echter Meister des düsteren Comics. Ob seine Lovecraft-Adaption „Vom Jenseits“, seine Horror-Kurzgeschichten „In the Pines“ oder das Wikinger-Drama „Der Verbannte“ (alle erschienen bei Avant) – der niederländische Comic-Zeichner hat wirklich ein Händchen dafür, düstere Szenarien mit seinem unverkennbaren künstlerischen Stil in Bilder umzusetzen.
Sein neuestes Werk DIE GRUBE ist ein Mix aus Gruselgeschichte und Familiendrama: Ein Ehepaar muss einen tragischen Verlust verkraften. Sie beziehen ein renovierungsbedürftiges Haus im Wald – den abgelegenen Familienwohnsitz seines verstorbenen Onkels – und sehen das als Chance auf einen gemeinsamen Neuanfang. Laut dem Nachbarn gibt es allerdings einen Aberglauben, dass ein Fluch über dem umliegenden Wald liegt. Dann taucht auch noch ein bizarres Buch voller Zaubersprüche auf. Die beiden stürzen sich gemeinsam in die Arbeit an dem Haus.
Doch in den Nächten vermischt sich ihr vergangenes Trauma mit den mythischen Mächten dieses Ortes. Das Ergebnis ist ein echter Page-Turner voller tiefschwarzer Tusche-Panels. Der düstere Stil von Erik Kriek passt perfekt zu diesem Szenario, das ähnlich übernatürlich wirkt wie sein „In the Pines“.
Sieht man über ein paar etwas dick aufgetragenen Horror-Klischees – wie streikende technische Geräte oder eine schicksalhafte Motorpanne – hinweg, überzeugt DIE GRUBE als überaus spannender Comic-Thriller, den man besser nicht vor dem Einschlafen liest.
AUTOR & ZEICHNUNGEN: Erik Kriek
VERLAG: Avant
SEITENZAHL: 132
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