04. März 2026
Wo Popkultur zur Heimat wird
Eine Stadt wie eine ewige Comic-Con: In GESCHICHTEN AUS GEEKTOWN erweitert Peter Osteried sein literarisches Universum und zeigt, dass Nerdkultur mehr ist als Hobby – nämlich eine Lebensform.
Peter Osteried ist seit mehr als einem Virteljahrhundert eine feste Größe im deutschsprachigen Filmjournalismus. Er schrieb für zahlreiche renommierte Medien und veröffentlichte eine Vielzahl fundierter Sachbücher über Filme und Serien, von denen einige längst als Standardwerke gelten. Man kann ohne viel Übertreibung sagen er ist einer „Popstars des Popkulturjounalismus“.
2024 wagte er mit „Interview mit Marilyn Monroe“ den Schritt in die Belletristik – und wechselte damit erstmals vom analytischen Blick des Kritikers auf die kreative Perspektive des Romanautors. Dem Kino blieb er dennoch treu: In seinem Science-Fiction-Debüt ließ er Ikonen wie Marilyn Monroe, John Wayne oder Sean Connery in ungewöhnlicher Form wiederauferstehen.
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Bereits ein Jahr später folgte mit „Mord in Geektown“ sein zweiter Roman – und die Geburtsstunde einer ebenso verspielten wie faszinierenden Idee: eine Stadt ausschließlich für Geeks. In Geektown ist Cosplay Alltag, Häuser sind berühmten Filmkulissen nachempfunden, und Popkultur wird nicht konsumiert, sondern gelebt. Das Konzept wirkt wie eine permanente Comic-Con mit festen Meldeadressen. Schon damals war klar: Diese Welt ist zu reich an Möglichkeiten, um „nur“ Hintergrund für einen Kriminalfall zu sein.
| Freaks sind auch nur Menschen: Unsere Besprechung zu „Mord in Geektown“ |
Mit GESCHICHTEN AUS GEEKTOWN rückt Osteried nun genau diesen Kosmos ins Zentrum. In über zwei Dutzend Kurzgeschichten beleuchtet er die unterschiedlichsten Facetten des Stadtlebens – vom Interview mit dem exzentrischen Gründer über skurrile Dreharbeiten zu einem Erwachsenenfilm im Horror-Hotel bis hin zu kuriosen Alltagsbeobachtungen. Ergänzt durch pointierte Zitate und liebevolle Illustrationen entsteht ein ebenso humorvolles wie detailverliebtes Panorama. Das Ergebnis ist eine charmante Liebeserklärung an die Nerdkultur – verspielt, klug und voller augenzwinkernder Ideen. Ein Buch für Geeks. Und für alle, die es vielleicht längst sind, ohne es zu wissen.
Autor: Peter Osteried
Verlag: In Farbe und Bunt Verlag
Seiten: 236
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Peter Osteried ist beileibe kein Unbekannter in cineastischen Kreisen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Horror- und Science-Fiction-Serien der 1990er gehen auf sein Konto, seit geraumer Zeit ist er Chefredakteur einer der langlebigsten Zeitschriften im deutschsprachigen Raum: Der „Moviestar“. Im Interview spricht er über sein Romandebüt Interview mit Marilyn Monroe, seine filmische Sozialisation und seine aktuellen Projekte. Das Ergebnis lest ihr hier.