Mehr als Popstar
Autor Rob Sheffield zeigt, warum Taylor Swift nicht nur Songs schreibt, sondern Gefühle, Gemeinschaft und eine ganze Generation prägt.
Taylor Swift ist eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Wirkmacht beschränkt sich dabei nicht nur auf Kunst und Kultur, sondern zeigt sich vor allem innerhalb der Gesellschaft. Ihre Fans, die sich selbst als „Swifties“ bezeichnen, sind im Grunde weit mehr als nur Fans, die zu Tausenden zu Konzerten pilgern und in Freundschaft und Gemeinschaftssinn Freundschaftsbänder austauschen: Es ist eine regelrechte Community – eine Bewegung.
Taylor Swift dominiert insofern nicht nur die Musikindustrie, sondern sendet regelrechte Wellen der Empathie, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Veränderung aus. Der Rolling-Stone-Journalist Rob Sheffield hat diesem Phänomen nun ein sehr umfassendes und zugleich persönliches Buch gewidmet: „Heartbreak Is the National Anthem“. Dabei handelt es sich jedoch um keine Biografie im engeren Sinne. Vielmehr zeichnet Sheffield Swifts Karriere anhand ihrer Songs nach und verknüpft bestimmte Ereignisse mit der Musik, die sie geschaffen hat. Er geht dabei nicht nur auf die künstlerische Ebene ein, sondern beleuchtet auch die gesellschaftliche Relevanz ihrer Werke und den kollektiven Herzschmerz, den ihre Lieder ansprechen.
Schnell wird klar, dass es sich um ein sehr persönliches, aber auch tiefgreifendes Werk handelt – eines, das über den Autor vermutlich genauso viel verrät wie über Taylor Swift selbst. Sheffield verbindet seine eigene Geschichte von Verlust und Trauer mit der Musik von Swift, was das Buch zu einer selbstreflexiven Reise macht. Man muss nicht zwangsläufig ein Swiftie sein oder ihre Musik herausragend finden, um dem Buch etwas abzugewinnen. Nach der Lektüre versteht man jedoch deutlich besser, warum Taylor Swift für viele eine sehr wichtige Bezugsperson ist. Sie verbindet Menschen auf eine positive Weise und wirkt weit über ihre Musik hinaus.
HEARTBREAK IS THE NATIONAL ANTHEM hilft, das Phänomen Taylor Swift zu verstehen, und öffnet den Blick auf die kulturelle und emotionale Dimension ihres Einflusses. Am Ende überwiegt ein Gefühl von tieferem Respekt und einer neuen Wertschätzung für die Künstlerin – eine Frau, die nicht nur die Musiklandschaft geprägt hat, sondern auch die Art und Weise, wie wir über Herzschmerz, Selbstbestimmung und öffentliche Identität nachdenken.
ISABELL SCHLOTT
Autor: Rob Sheffield
Seiten: 208
Verlag: Penguin Verlag
Verkaufsstart: veröffentlich