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11. Oktober 2026


Von: SEBASTIAN „RADU“ GROSS

INTERVIEW MIT EINEM VRAKHIR

Nachdem wir ihn nächtelang durch das Sangoratal begleitet haben, sprechen wir heute mit Dämmerblut und Hauptcharakter Coen über „THE BLOOD OF DAWNWALKER“.

Hallo Coen und schön, dass du uns etwas über deine Abenteuer erzählst. Wie würdest du jemandem das Spiel beschreiben, der noch nie davon gehört hat.

Sofort die schweren Brocken am Anfang, hm? Aber gut: wenn du Lust auf eine emotionale Geschichte im 13. Jahrhundert Rumäniens hast, bist du schon richtig.

Du reist viel durch das Tal und erlebst auf deine Reise viele Abenteuer, die dich prägen und sowohl deinen Build, als auch deinen Charakter formen. Wie würdest du deine Charakterentwicklung im Laufe des Spieles beschreiben?

Ich starte definitiv in der Opferrolle, was man auch im Intro sehr gut sehen kann. Auf der Flucht vor Soldaten versuche ich alles, um meine kleine Schwester zu beschützen und scheitere. Das Thema Scheitern und Schuld wird mich übrigens über lange Zeit begleiten, was viele Bereiche meines Lebens prägt und sehr emotionale Momente im Spiel ausmacht (danke an die Irrlichter, die mich daran erinnert haben). Im Laufe des Abenteuers entwickele ich mich allerdings extrem weiter und baue meine Fähigkeiten (Zauber, Schwertkampf und Vampirismus) aus. Ich gehe zunehmend selbstbewusster durch die Geschichte, habe aber immer noch mit meinen inneren Dämonen zu kämpfen. Die Tatsache, dass ich als Dämmerblut ein Mischwesen bin (kein Vampir, aber auch kein Mensch), macht es nicht einfacher, denn wir alle wollen doch das Gefühl der Zugehörigkeit genießen.

Du musst dir oft den Vergleich zu „Witcher 3“ anhören und die typischen Ähnlichkeiten (Open World, tiefgreifende Entscheidungen, packende Geschichten) liegen auf der Hand. Schließlich arbeiten bei Rebel Wolves ehemalige Entwickler mit, die bei Geralts Abenteuer mitbeteiligt waren. Welche Unterschiede siehst du zwischen dir und Geralts Abenteuer und was macht „Blood of the Dawnwalker“ aus?

Schon mal vorab: ich fühle mich über die Vergleiche mit Geralt geehrt! Ich finde es faszinierend, wie er seinen Weg von Bücher, über Videospiele, bis hin zur Serie gemacht hat. In den letzten Jahren hat er sich viel aufgebaut und ist ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden. Um so schwerer fällt mir der Vergleich, weil ich quasi aus dem Nichts und ohne Erfahrung auftauche. Die Ähnlichkeiten unseres Abenteuers hast du bereits erwähnt und es gibt auch einige Unterscheide beim Gameplay. Das Kampfsystem ist etwas filligraner als bei Geralt, weil man mit Richtungswechsel sowohl beim Angriff, als auch beim Block arbeitet. Dann gibt es noch den Tag- und Nachtwechsel, bei dem ich unterschiedliche Fähigkeiten einsetzen kann. Auch das Element „Zeit“ spielt hier eine große Rolle, denn für jede Quest brauche ich halt etwas Zeit und bis zur Krönung von Brencis sind es halt 30 Tage. Trotzdem habe ich dieses Zeitmanagement nicht als stressig empfunden, sondern konnte sehr viel erleben. Geralt und ich teilen uns die Fähigkeiten des Fokus, können Tränke brauen und unsere Chraktere erleben im Laufe des Abenteuers eine Entwicklung, sowohl bei den Attributen, als auch emotional. Ich kann zwar nicht Reiten, dafür aber kleine Strecken teleportieren und nachts Wände erklimmen. Geralt tötet Monster, ich bin dagegen teilweise eins und wir beide müssen uns mit moralischen Entscheidungen auseinandersetzen und damit leben. Ich fände es interessant mit Geralt an einem Tisch zu sitzen und über Monster und Menschen zu plaudern.

Was waren deine persönlichen Momente im Abenteuer, die dir im Gedächtnis geblieben sind?

Ohne zu Spoilern? OK, dann nehme ich einmal das Labyrinth (atmosphärisch ein perfekter Kniefall vor Ian Livingstones Abenteuer Spielbuch „Das Labyrinth des Todes“), die Höhlen (Gollum lässt grüßen) und das nächtliche Treffen mit Brencis. Es gibt noch viele weitere Momente, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Es gibt da draußen viele weitere Spiele, die sich mit Open World beschäftigen. Was würdest du sagen unterscheidet dich von den anderen?

Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht beantworten, weil ich noch ganz frisch in der Spielwelt bin. Meiner Meinung nach haben meine Entwickler Rebel Wolves haben einen atemberaubenden Job gemacht. Du musst bedenken, dass es ihr erstes Abenteuer ist, das sie entworfen haben. Natürlich sind da einige alte Hasen und Veteranen dabei, die bereits bei „Witcher 3“ mitgemacht haben. Allerdings haben sie ein Abenteuer erschaffen, das sowohl den Charme der Witcher Teile, aber auch viele Ecken und Kanten hat. Ich fühle mich in der Welt sehr authentisch und schätze den Mut der Entwickler, sich auch an viele neue Dinge getraut zu haben (allen voran das Zeitmanagement).

Vampire genießen in vielerlei Hinsicht Kultstatus. Sowohl in Büchern, als auch in Filmen und Games seid ihr omnipräsent. Glaubst du das Thema ist irgendwann ausgelutscht oder läuft Gefahr, seinen Charme zu verlieren?

(Lacht) Das musst du mir sagen. Schließlich hast du ja auch den Artikel Niedergang und Rückkehr der Vampire geschrieben. Klar haben wir eine lange Historie, auf die wir zurückblicken können. Allerdings sind wir da auch ein wenig wie die Zombies; es wird immer irgendwelche Aspekte geben, die Menschen an uns interessant finden werden. Beispielsweise der Konflikt einer zerbrechlichen Seele und unserem Instinkt Blut zu trinken ist ein Thema, das man auf unterschiedliche Weise erzählen kann. Apropos Blut; wir sollten langsam zum Ende kommen, weil mir sonst die Dialogoptionen ausgehen und ich dem Durst nachgeben muss…

OK, dann machen wir schnell. Welche Spielmechaniken mochtest du besonders und machen das Abenteuer abwechslungsreich?

Ehrlich gesagt bin ich von der Spielmechanik meistens mit Erkunden, Kämpfen Spuren suchen und Entscheidungen beschäftigt. Das Rad wurde hier bewusst nicht neu erfinden, aber man hat es hier sehr schön ausgenutzt. Als Beispiel das Erkunden: ich kann in meinem Skillbaum einen längeren Sprint freischalten, sowohl bei Tag, als auch (in Wolfgestalt) bei Nacht. Gleiches gilt bei den Schwertkämpfen, in denen ich effizientere Blockattribute, Gesundheitsregeneation und Finishing Moves (Köpfen) erlernen kann. Auch das Blocken und Schlagen mit Richtungen ist nicht neu (Kingdom Come Deliverance), funktioniert aber sehr gut. Besonders die Spielmechanik des Teleportierens und Wände hochgehen hat mir großen Spaß gemacht. Ich denke, dass die Abwechslung daher kommt, dass man durch die kleinen und großen Geschichten immer etwas zu tun hat und seine Spielmechanik konstant verbessern kann.

Wenn du einem Spieler einen Rat geben würdest; wie würde er lauten?

Trink im echten Leben auf keinen Fall einen Palinka (lacht). Es sei denn, du möchtest blind werden!

Letzte Frage: Wie würdest du den Wiederspielwert deines Abenteuers beurteilen? 

Ich denke, dass es sich lohnen wird. Gerade zu Beginn kannst du einige Weichen stellen und an wichtigen Momenten eine völlig neue Geschichte erleben. Auch wenn du in einem Rutsch 80% aller Quests erleben kannst, dürfte es sehr interessant sein zu erfahren, was passieren würde, wenn du im nächsten Durchlauf beispielsweise Schwertkampfgrundsätze skillst und dich voll und ganz auf den Vampirismus einlässt. Ganz abgesehen davon, die unterschiedlichen Möglichkeiten und Enden auszuprobieren.

Danke für deine Zeit und den Einblick in „Blood of the Dawnwalker“! Noch einige abschließende Worte an unsere Leser?

Danke für euer Interesse und das Gespräch! Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf meiner Reise begleiten würdet. Als Dämmerblut stehe ich euch Tag und Nacht zur Verfügung und freue mich schon, neue Wege und Möglichkeiten des (umfangreichen) Abenteuers auszuprobieren.

Titel: THE BLOOD OF DAWNWALKER
Plattform: Play Station 5, Xbox Series, Microsoft Windows
Publisher: Bandai Namco Entertainment
USK: 18

 

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