Kurzfilmtag 2016

DIE WAHRNEHMUNG DES KURZFILMS VERSTÄRKEN

die wahrnehmung des kurzfilms verstärken

Am 21. Dezember findet DER KURZFILMTAG statt – ein Aktionstag zur Förderung des Kurzfilms, der von Kinos, Privatpersonen, Kulturvereinen und vielen anderen deutschlandweit veranstaltet wird. Jana Cernik, Geschäftsführerin der koordinierenden AG Kurzfilm, erklärt alles rund um den „kürzesten Tag des Jahres“.

Wie lange läuft die Akquisephase für potenzielle Veranstalter noch?
Die wirklich aktive Akquisephase beginnt am 1. September, aber wir beginnen schon vorher. Häufig planen Veranstalter mit Vorlaufzeiten von etwa sechs Wochen ihr Programm, um entsprechend Werbung zu machen, aber Interessenten können sich auch noch bis einige Tage vor dem 21. Dezember bei uns melden. Jedes Jahr sind es dann deutschlandweit circa 200 Veranstaltungen an diesem Tag.

Welche Rolle spielt dabei die AG Kurzfilm?
Wir haben mit den Verleihern an diesem Tag Sonderkonditionen für das Zeigen kuratorisch zusammengestellter, thematischer Kurzfilmprogramme sowie für Vorfilme bei den Bundesstarts im Kino vereinbart. Wir verbreiten dabei die Message, dass man Kurzfilme auch an ungewöhnlichen Orten sehen kann. Dafür steht in diesem Jahr symbolisch der Hochsitz als Kampagnenmotiv. Uns geht es nicht nur darum, Kinos anzusprechen, sondern auch private Initiativen, die gern einmal Kurzfilme zeigen möchten – und wir unterstützen die jeweiligen Veranstaltungen mit Werbematerialien wie Plakaten, Flyern und Stickern.

Apropos: Was fällt Ihnen spontan für ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort aus den letzten Jahren ein?
Letztes Jahr hat zum Beispiel in Bamberg der Katastrophenschutz in seinen Räumlichkeiten das Kurzfilmprogramm „Katastrophale Filme“ gezeigt. Die Besucher konnten sich vor Ort nicht nur Kurzfilme, sondern auch die Fahrzeuge und die Abläufe anschauen, was passiert, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Dazu gab es noch ein „katastrophales Catering“… Übrigens: Veranstalter mit solchen ausgefallenen Ideen können sich für den Kreativpreis „Die glücklichen 8“ bewerben. Eine Jury vergibt den Preis und 100 Euro Preisgeld an acht Veranstalter zur Unterstützung bei Verleihkosten oder der Organisation der Veranstaltung.

Gibt es für Sie persönlich einen Kurzfilm, der aus dem diesjährigen Programm heraussticht?
Ich finde immer die thematischen Kurzfilmprogramme sehr interessant, bei denen sich die Verleiher Gedanken machen, wie man das Thema des KURZFILMTAGES mit Beiträgen ausfüllen kann. Die Programme der Archive wie beispielsweise der DEFA-Stiftung finde ich sehr interessant, da sie Beiträge vom Jahr 1966 bis 1988 vereinen. Aber ehrlich gesagt, mir fällt es jedes Mal schwer, mich zu entscheiden.

Was ist das Ziel des KURZFILMTAGES?
Es geht uns nicht nur um den Tag, sondern längerfristig um eine veränderte, stärkere Wahrnehmung des Kurzfilms. Uns als Verband geht es auch darum, dass die Kinos mehr Kurzfilme zeigen. Wir versuchen außerdem, die Kinos auf regionale Filmemacher aufmerksam zu machen. Kurzfilme bieten für  Kinobetreiber die Chance, neue Besucher zu akquirieren und Zielgruppen anzusprechen, die unter Umständen verloren gegangen sind. Das wird bisher von deren Seite noch etwas unterschätzt. Zusätzlich zum Kurzfilm als Vorfilm wird ab 2017 auch das Abspielen von Kurzfilmprogrammen von der Filmförderungsanstalt FFA unterstützt, also können Kinos dafür auch Zuschüsse beantragen.

 

Was haben Sie für Erfahrungen mit der Akzeptanz von Kurzfilmen bei Kinobesuchern gesammelt?
Da kommt es auf das Kino an und darauf, wie der Kinobetreiber bislang mit Kurzfilmen gearbeitet hat. Ich würde sagen, dass es denen, die Kurzfilme bereits im Kino gesehen haben, in der Mehrheit gefallen hat, weil sie überrascht waren, was es alles für unterhaltsame, lehrreiche oder einfach nur schöne kurze Filme gibt. Den Kinobetreibern gibt der KURZFILMTAG auch die Möglichkeit, das kurze Format bei seinem Publikum zu testen.

 

Das Interview führte LUTZ GRANERT.

 

Weitere Informationen zu den einzelnen Filmprogrammen unter www.kurzfilmtag.com.