Seraph of the End Vol. 2

Mein bruder, der vampir

MEIN BRUDER, DER VAMPIR

SERAPH OF THE END ist die geniale Serienadaption des gleichnamigen Manga-Bestsellers um Freundschaft, Familie und Verrat in einer apokalyptischen Welt, in der Vampire das Sagen haben. Ob die Menschen bis in alle Ewigkeit als lebende Blutkonserven dahinsiechen müssen oder es doch noch Hoffnung gibt, wird ab dem 8. Dezember keine reine Spekulation mehr sein. Dann erscheint von Universal die zweite Limited Premium Edition SERAPH OF THE END: VOL. 2 – BATTLE IN NAGOYA mit den abschließenden zwölf Folgen auf DVD und Blu-ray.

 

Was bisher geschah: Der Aufstieg der Vampire

 

Es begann wie ein Faustschlag ins Gesicht: unerwartet und unbarmherzig. Eines Tages fielen alle Menschen einfach um, Flugzeuge stürzten vom Himmel, Städte verwandelten sich in brennende Trümmerhaufen. Der Grund war ein Virus, den die kaltblütigen Vampire auf die Erdbewohner losgelassen hatten. Von diesem Tage an übernahmen die neuen Herrscher die Regentschaft über den Planeten. Lediglich Kinder unter 13 Jahren waren gegen den tödlichen Virus immun und wurden zusammengetrieben, um den Vampiren bald als gehorsames Gefolge und Nahrungsquelle zu dienen.

Vier Jahre später lebten der lebensfrohe Mikaela und sein Adoptivbruder Yuichiro, kurz Yu, zusammen mit anderen Waisenkindern in einem Heim. Für die Vampire sind die Kinder nichts weiter als wandelnde Blutbanken, denen von Zeit zu Zeit der jugendliche Lebenssaft abgezapft wurde. Eines Tages beschlossen die ungleichen Brüder, aus der Stadt zu flüchten und ihre kleineren Geschwister mitzunehmen. Der Fluchtversuch endete in einer Katastrophe: Alle bis auf den störrischen Yu wurden dabei von einem kaltblütigen Vampir-Adligen ausgelöscht, gerade als sie sich der gelungenen Flucht schon sicher waren.

Yu, der bereits zuvor einen tiefen Groll gegen die Vampire gehegt hatte, gelang die Flucht dennoch, und als er die Stadtmauern hinter sich gelassen hatte, fand er sich in einer postapokalyptischen Welt wieder, die zwar menschenleer schien, doch nach wie vor von wehrhaften Vertretern der menschlichen Zunft bewohnt wurde. Ein Teil hatte überlebt und Rache an den Blutsaugern geschworen. Keine Frage, dass Yu sich der Vampir-Resistance unter Leitung von Oberstleutnant Guren Ichinose anschloss und Vergeltung für seine dahingemetzelte Ersatzfamilie fordern würde.

Weitere vier Jahre später war Yu zu einem jungen Erwachsenen herangereift und kämpfte tapfer als Neuling in der Mondjäger-Einheit unter Gurens Kommando. Seine aufsässige Art ließ ihn bei der Obrigkeit mehr als einmal anecken, aber sein Talent ließ ihn überdurchschnittlich schnell zum begnadeten Kämpfer an den Dämonenwaffen, derer sich die Menschen bedienen, werden.

Was Yu damals nicht wusste: Mika war nicht tot. Stattdessen wurde er in einen Vampir verwandelt, der nun für die andere Seite kämpfte. Nach dem epischen Showdown von „Seraph Of The End: Vol. 1 – Vampire Reign“, der die beiden Brüder erstmals auf dem Schlachtfeld zusammenführte, sind die Fronten ungeklärt.

Die ersten zwölf Episoden wurden im Mai dieses Jahres bereits in der Limited Premium Edition SERAPH OF THE END: VOL: 1 – VAMPIRE REIGN veröffentlicht. In Kürze, ab dem 8. Dezember, liefert Universal Pictures die zweite Hälfte der Vampir-Apokalypse in einer weiteren limitierten Premium Edition unter dem Titel SERAPH OF THE END: VOL. 2 – BATTLE IN NAGOYA nach. Die Episoden 13 bis 24 schildern die Vorbereitungen zum finalen Kampf gegen die spitzzahnigen Widersacher.

 

So geht es weiter: Das Ende für die Menschheit?

 

Yu, der sich von der Schlacht mit Mika erholt hat, erfährt von seinem dämonischen Ich, das am Ende von „Vampire Reign“ von ihm Besitz ergriffen hatte und so gefährlich wie machtvoll war. Schnell wird klar, dass es sich dabei um ein Medikamenten-Experiment der Vampirjäger handelt, das im Kampf zum Ausbruch gekommen war. Schon zu ihren Zeiten im Waisenhaus unter der Herrschaft der Vampire sollen die Kinder, zu denen Yu und Mika gehörten, Versuchskaninchen für Magie-Experimente gewesen sein. Yu vermutet, nur aus diesem Grund in die Mondjäger-Einheit von Guren aufgenommen worden zu sein. Wegen seiner Liebe zu Mika wird Yu zu allem Übel von den Vampirjägern verdächtigt, ein Sympathisant und Spion der Blutsauger zu sein. Trotzdem ist er fest entschlossen, seinen Bruder Mika von seiner Bürde zu befreien, koste es, was es wolle.

Mika ist indes hin- und hergerissen und will Yu vor dessen menschlichen Mitstreitern retten, die ihn nur für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Er verabscheut aber auch die Vampire und wehrt sich gegen den Durst, kann jedoch dem Blut nicht widerstehen.

Das alles ereignet sich, während die üble Botschaft vom bevorstehenden Vernichtungsschlag der Vampire gegen Tokio die Menschen erreicht.

Familie Hiragi, die mächtigen Oberhäupter der imperialen Vampirjägergarde, verfolgt derweil ihre ganz eigenen, undurchschaubaren Ziele und entsendet die Mondjäger-Staffel mit Yu im Schlepptau nach Nagoya, um die dortigen Vampir-Adligen zu vernichten und vom Schlag gegen Tokio abzulenken. Dort merken Yu und seine neue Familie von Vampirjägern, dass sie noch einiges von den erfahrenen Kollegen zu lernen haben, und werden gleichzeitig mit schockierenden Wahrheiten über ihre eigene Vergangenheit konfrontiert.

 

Atmosphärisches Vampir-Endzeit-Epos

 

Die Ereignisse überschlagen sich förmlich in der zweiten Serien-Hälfte von SERAPH OF THE END und fesseln von Folge zu Folge mehr an den Bildschirm, so, wie man es schon von „Vampire Reign“ gewohnt ist.

Die rasante Adaption der erfolgreichen Manga-Vorlage SERAPH OF THE END wurde von Wit-Studio, den Machern der schon jetzt kultigen Reihe „Attack On Titan“, umgesetzt. Das merkt man auch, denn die Vampir-Saga kann sich mit großen Kontrahenten auf dem Anime-Sektor problemlos messen. So viel Atmosphäre und große Gefühle in einer abwechslungsreich entwickelten Story kann nicht jeder Anime-Vertreter vorweisen. In unheimlich-trostlosen Schauplätzen einer entvölkerten Postapokalypse agieren die markant ausgearbeiteten Charaktere vor von Grasadern überwucherten und einsturzgefährdeten Hochhausriesen.

Deren zuweilen gut getimter Humor und Wortwitz verleiht der pessimistischen Ausgangslage zwischen den unheilschwangeren Ereignissen immer wieder augenzwinkernden Optimismus. Das ist in erster Linie der sturen Art und der mehr als gesunden Selbstüberschätzung Yus zu verdanken, den wesentlichen Charaktereigenschaften der Hauptfigur, die ihn dadurch nur noch vielschichtiger und interessanter machen. Genauso sorgt die Gruppendynamik innerhalb des Teams unter Anführer Guren, zwischen dessen grundverschiedenen Mitgliedern es immer wieder zu Ränkespielen kommt, für einen unverzichtbaren Unterhaltungsmehrwert.

Keine Sorge, bei all den inhaltlichen Lobliedern kommt die gewaltige Action natürlich nicht zu kurz. Das düstere Fantasy-Horror-Schauermärchen vereint solch wichtige dramaturgische und erzählerische Stilmittel wie Bruderzwist, Menschlichkeit und den Überlebenskampf im Angesicht des Todes miteinander und spart dabei auch Blutfontänen und abgetrennte Körperteile (vornehmlich auf Seiten der Vampire) nicht aus. Mit seiner Thematik und der animetypischen Gewaltdarstellung richtet sich SERAPH OF THE END ganz klar an ein erwachsenes Publikum. Das darf sich über den qualitativ hochwertigen Zeichenstil und einen stimmigen Orchester- und Pop-Rock-Soundtrack freuen, der die Emotionen und Stimmungen der vielschichtigen Story effizient einfängt und herausarbeitet.

SERAPH OF THE END: VOL. 2 – BATTLE IN NAGOYA schildert das bildgewaltige Finale der emotionalen Vampir-Saga um Yu und Mika und ist als Limited Premium Edition auf Blu-ray und DVD mit haufenweise Extras vollgestopft, darunter Sammelkarten und 3D-Wackelbilder. Ein Muss für Anime-Fans!

 

TORSTEN FELIX


SERAPH OF THE END: VOL. 2 – BATTLE IN NAGOYA

Regie: Daisuke Tokudo

Label: Universal
Land/Herstellungsjahr: Japan 2015

FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 300 Min.

Verkaufsstart: 8. Dezember