KIN-DZA-DZA!

kin-Dza-dza!

Der Baustellenvorarbeiter Vladimir und der georgische Student Gedevan treffen im Zentrum Moskaus einen anscheinend verwirrten Mann, der behauptet, ein Außerirdischer zu sein und der die Nummer des Planeten Erde braucht, um mithilfe seines Teleporters zurück auf seinen eigenen Planeten zu kommen. Ein unvorsichtiger Knopfdruck des ungläubigen Vladimir reicht aus – und schon befindet er sich zusammen mit Gedevan auf dem fremden Wüstenplaneten Pljuk, wo die Einheimischen Ringglöckchen an der Nase tragen, gierig nach Streichhölzern suchen und (zunächst) als einziges Wort in jeder Situation „Ku“ sagen. Für die beiden Erdlinge, die wieder nach Hause auf die Erde wollen, beginnt eine lange Reise...

KIN-DZA-DZA! war einer der großen sowjetischen Kinoblockbuster der Perestroika-Ära und erfreut sich in Russland bis heute großer Beliebtheit. Im Westen blieb der Film bis heute quasi unbekannt. Dank Bildstörung erlebt Georgij Danelijas Science-Fiction-Film nun seinen offiziellen deutschen Kinostart mit einer bald folgenden Auswertung auf DVD und Blu-ray. Als Schnittstelle zwischen „Mad Max“, Monty Python und Tarkowski wurde der in der turkmenischen Karakumwüste gedrehte KIN-DZA-DZA! schon bezeichnet. Mit Terry Gilliam (vielleicht der bessere Vergleich?) verbindet Regisseur und Co-Autor Georgij Danelija das Ausufernde, Episodenhafte, Mäandernde, auch Unfertige. In der Übergangsphase zwischen der Post-Breschnew-Ära und der Gorbatschowschen Reformperiode entstanden lässt sich die Suche nach dem verlorenen Gravitsapa auch als ein satirisches Portrait der ausgehenden Sowjetunion sehen: der eher spießige und engstirnige russische Vorarbeiter sieht sich selbst als den Außerirdischen natürlich zivilisatorisch überlegen, der georgische Student muss immer als Prügelknabe herhalten, Macht wird in absurden Ritualen wie etwa dem Ku-Knicks demonstriert und unter der sozialistischen Oberfläche tobt ein bazarartiges Feilschen um Streichhölzer, Wasser und Ersatzteile. Doch auch ohne sowjetischen Kontext fasziniert KIN-DZA-DZA!: nicht so sehr als Science-Fiction-Spektakel denn eher als absurd-surreale, manchmal auch melancholische Komödie, in der sich zwei Verlorene langsam und auch nicht immer geradeaus durch eine weite Wüstenlandschaft bewegen. Am Ende bleibt nur eines zu sagen: Ku, Tsak in die Nase und ab ins Ku-no!

DAVID LEUENBERGER

Titel: KIN-DZA-DZA!
Verleih: Bildstörung/Drop-Out Cinema
Land/Jahr: S owjetunion 1986
FSK & Laufzeit: ab 12, ca. 133 Min.
Kinostart: 10. September

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